Charkiw. Chronik des Angriffs auf die Stadt, der 66.Tag (30.04.2022)

April ist zu Ende. Über zwei Monate lang halten die ukrainischen Truppen die Abwehr. Die Quantität des moskowitischen Beschusses ist im Vergleich zu Freitag etwas gestiegen. Den intensivsten Beschuss gab es in der Nacht. So wurden in Nemyschla einige Lagerräume und ein Industriebetrieb beschossen. Den Brand nach dem Nachtbeschuss löschten die Feuerwehrleute bis zum Nachmittag.

Auch die Stadtgemeinde Derhatschi wurde beschossen. Der Beschuss des Dorfes Udy in der Solotschiw Dorfgemeinde begann in der Nacht und dauerte bis zum Morgen. Infolge des Beschusses sind über zehn Häuser, ein Geschäft, eine Schule und ein Kindergarten beschädigt. Zum Glück gibt es in Udy keine Verletzte.

Es gibt auch gute Nachrichten. Nach der Befreiung des Dorfes Kutusiwka hat unser Militär auch Dörfer Werchnja Rohanka, Slobidske und Prelesne der Dorfgemeinde Wilchiw befreit. Jetzt sind alle Dörfer dieser Gemeinde befreit.

Ins Dorf Kutusiwka wurde humanitäre Hilfe gebracht. Nach dem Wunsch wurden die Einwohner in sicherere Orte evakuiert. Überall, wo die Besatzer eine Zeit lang verbrachten, haben sie Häuser geplündert und nahmen aus den Wohnungen alles, was sie fanden, mit: vom Werkzeug bis Klomuscheln oder Kinderspielzeug.Es gibt in allen Dörfern der Gemeinde mehrere beschädigte Häuser.

Im nördlichen Saltiwka und in Pjatychatky leben weiter Menschen. Sie sind nicht viele jetzt – einige Einwohner pro Haus. Sie sind geblieben, weil sie nicht wissen, wohin sie fahren können (oder sie haben kein Geld für die Wohnungsmiete, niemand wartet auf sie, wegen des Gesundheitszustands mussten sie zu Hause bleiben etc.). Die noch Kräfte haben, kämpfen mit den Plünderern, die in letzten Wochen massiv die verlassenen Wohnungen in menschenleeren Stadtvierteln (das nördliche Saltiwka, die Siedlung Zhukowskyj, Horizont).

Die Lage im Charkiwer Gebiet ist kompliziert. In der Slowjansk- und Barwinkowe-Richtung dauern Kämpfe. Unser mutiges Militär lässt die moskowiter nict durch.

Aus den vorübergehend besetzten Territorien werden Menschen weiter nach moskowien verschleppt. Männer werden sorgfältig nach Tattoos überprüft, auch Privatsachen und Mobiltelefone werden überprüft. In den Lebensmittelgeschäften gibt es recht kleines Angebot an Produkten. Das, was verkauft wird, kostet sehr viel. Es mangelt an Brot. Im Gebiet dauert auch die Saatzeit. Nach den Angaben der Charkiwer Gebietsverwaltung werden 60 bis 80 % der Ackerfläche benutzt, doch letztendlich hängt alles von der Intensität der Kampfhandlungen ab.

Moskowiter führen Raketen- und Artillerieangriffe auf Saporischschja und die Siedlungen in diesem Gebiet, auf Dnipropetrowsker Gebiet. Der Raketenbeschuss hat die Landebahn des Odessaer Flughafens zerstört.

Bereits ab dem 1. Mai wird auf dem besetzten Gebiet des Cherson Region Rubel als Zahlmittel eingeführt. Im Neuen Kachowka hat man Lenin-Denkmal eingerichtet. Denkmäler und Symbole spielen für raschisten eine große Rolle, ihnen sind sie nicht gleichgültig.

Unruhig ist es in moskowien. Es gab Knalle und Beschuss in Bjelgoroder und Kursker Gebieten. Ein großer Brand brach auf TPP-2 auf der Insel Sachalin. Das Elektrizitätswerk wurde erst 2019 in Betrieb genommen.

Der Darwin-Preis wird heute an eine Gruppe moskowiter verliehen, die durch das Dorf wandelten, das im Zuständigkeitsbereich der 92. motorisierten Iwan-Sirko-Brigade ist. Durch zwei von den Drohnen abgeworfenen Bomben wurden alle Mitglieder der Plünderergruppe entweder getötet oder verwundet. Besonders episch war der Volltreffer in die Luke eines Ladas.

Serhij Petrow

історик, аналітик Інформаційного Центру "Майдан Моніторинг" (сайт "Майдан"), громадський активіст, редактор української Вікіпедії